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Digitale Entwicklungen

Digitale Entwicklungen für Medizintechnik, Pharma und Life Sciences.

Digitale Entwicklungen:
AI, Daten, Cybersecurity und Compliance

Diese Seite gibt Ihnen einen kompakten Überblick über die wichtigsten digitalen Entwicklungen zwischen 2026 und 2027 und zeigt, wie künstliche Intelligenz, Cybersecurity, Gesundheitsdaten und moderne Software Assurance die regulatorische Praxis in Medizintechnik, Pharma und Life Sciences verändern.

Digitale Entwicklungen im Überblick

Vier digitale Themenfelder verändern Compliance und Produktentwicklung

Zwischen August 2026 und Ende 2027 gewinnen künstliche Intelligenz, Cybersecurity, Gesundheitsdaten und digitale Validierung deutlich an regulatorischer Bedeutung. Für MedTech-, Pharma- und Life-Science- Unternehmen reicht es dabei nicht aus, einzelne neue Vorgaben isoliert umzusetzen. Digitale Systeme müssen zunehmend über Governance, Risikomanagement, Datenqualität und ihren gesamten Lifecycle hinweg regulatorisch beherrscht werden.

Artificial Intelligence

AI Act und regulatorische AI Governance

Mit dem allgemeinen Anwendungsbeginn des AI Acts ab August 2026 wird die regulatorische Einordnung von KI-Systemen zu einer operativen Aufgabe. Unternehmen müssen unterscheiden, welche Rolle sie im jeweiligen System übernehmen, welche Transparenzanforderungen gelten und ob eine Anwendung als Hochrisiko-KI einzuordnen ist. Für General-Purpose-AI und bestimmte Hochrisiko-Systeme folgen zusätzliche Übergangs- und Anwendungstermine bis Ende 2027 und darüber hinaus.

Im Unternehmen besonders relevant
AI-Systeminventar aufbauen und Betreiber-, Anbieter- sowie weitere regulatorische Rollen eindeutig zuordnen
Transparenzpflichten, Risikoklassifikation und mögliche Hochrisiko-Einstufung systembezogen prüfen
AI Governance mit QMS, Risikomanagement, Human Oversight und Lifecycle-Prozessen verbinden
Cybersecurity

Cyber Resilience und sichere digitale Produktlebenszyklen

Der Cyber Resilience Act verschiebt Cybersecurity von einer überwiegend technischen Disziplin hin zu einer regulatorisch dokumentierten Lifecycle-Aufgabe. Bereits ab September 2026 greifen bestimmte Meldepflichten für Schwachstellen und Vorfälle. Ab Dezember 2027 werden die zentralen Anforderungen an Produkte mit digitalen Elementen anwendbar. Für regulierte Produkte muss dabei stets geprüft werden, welche sektorspezifischen Regelungen und Ausnahmen gelten.

Im Unternehmen besonders relevant
Vulnerability- und Incident-Prozesse einschließlich Meldewegen, Verantwortlichkeiten und Eskalationen definieren
Secure Development, Update-Support und technische Dokumentation über den gesamten Produktlebenszyklus absichern
Cybersecurity-Anforderungen mit Lieferantenmanagement, Change Control und Post-Market-Prozessen verzahnen
Data Governance

EHDS, Gesundheitsdaten und digitale Interoperabilität

Mit dem European Health Data Space gewinnt die regulatorische Steuerung von Gesundheitsdaten weiter an Bedeutung. Der allgemeine Anwendungsbeginn im März 2027 ist dabei nur der Ausgangspunkt eines gestaffelten Umsetzungsprozesses. Für Unternehmen entstehen insbesondere neue Schnittstellen zwischen Datenzugang, Interoperabilität, Sekundärnutzung, Datenschutz und bestehender regulatorischer Dokumentation.

Im Unternehmen besonders relevant
Verantwortlichkeiten für Gesundheitsdaten, Datenzugänge und regulatorisch relevante Datenflüsse transparent machen
Datenqualität, Interoperabilität und Nachvollziehbarkeit in bestehende Governance-Strukturen integrieren
Primär- und Sekundärnutzung von Daten organisatorisch und technisch voneinander abgrenzen
Digital Compliance

GAMP, CSA und AI in GxP-Systemen

Die Praxis der Computerized-System-Validierung entwickelt sich zunehmend in Richtung risikobasierter Assurance. GAMP 5 bleibt dabei die grundlegende Orientierung, wird jedoch durch AI-spezifische Guidance, FDA Computer Software Assurance sowie moderne Ansätze für Cloud-, SaaS- und Prozessleitsysteme ergänzt. Gleichzeitig zeigen die Entwürfe zu Annex 11 und Annex 22, dass auch KI in kritischen GxP-Anwendungen stärker in Governance und Lifecycle-Kontrollen eingebunden werden soll.

Im Unternehmen besonders relevant
CSV- und Assurance-Ansätze stärker an Intended Use und patienten- beziehungsweise qualitätsbezogenem Risiko ausrichten
AI-Modell-Lifecycle, Datenherkunft, Performance Monitoring und Human Oversight nachvollziehbar dokumentieren
Cloud-, SaaS- und Lieferantenkontrollen mit Change Control, Datenintegrität und Exit-Strategien verbinden
Digitale Compliance entsteht nicht in einzelnen Fachbereichen

AI Governance, Cybersecurity, Data Governance und Validierung greifen zunehmend ineinander. Für regulierte Unternehmen wird daher entscheidend, digitale Systeme nicht isoliert zu steuern, sondern Prozesse in einem gemeinsamen Governance-Modell zusammenzuführen.

Digitale Fristen und Meilensteine

Welche digitalen Anforderungen bis Ende 2027 konkret relevant werden

Die regulatorischen Anforderungen an künstliche Intelligenz, Cybersecurity, Software und Gesundheitsdaten greifen zwischen August 2026 und Ende 2027 in mehreren Stufen. Entscheidend ist, allgemeine Anwendungstermine, besondere Übergangsfristen und sektorale Anforderungen voneinander zu unterscheiden und digitale Compliance nicht auf einen einzelnen Stichtag zu reduzieren.

Weg als Symbol für die schrittweise digitale und regulatorische Entwicklung
Termine richtig einordnen

Digitale Regulierung greift schrittweise

AI Act, Cyber Resilience Act und EHDS haben unterschiedliche Anwendungstermine und Adressaten. Besonders bei KI ist deshalb entscheidend, zwischen allgemeinen Pflichten, GPAI, Hochrisiko-Systemen und produktintegrierter KI zu unterscheiden.

Verbindlich Anforderungen des Rechtsakts werden für den jeweiligen Anwendungsbereich wirksam.
Frist Eine Übergangsregelung für bestimmte Systeme oder Anbieter endet.
Behördenfrist Mitgliedstaaten oder Behörden müssen eine regulatorische Infrastruktur oder Umsetzung bereitstellen.
August bis September 2026

AI Act und erste CRA-Pflichten

2. August 2026 Verbindlich
AI Act: allgemeiner Anwendungsbeginn

Der AI Act gilt grundsätzlich. Unternehmen müssen den regulatorischen Scope ihrer KI-Systeme bestimmen, Rollen zuordnen und insbesondere einschlägige Transparenz- und Governance-Anforderungen prüfen. Für bestimmte Hochrisiko-Systeme gelten jedoch spätere Anwendungstermine.

2. August 2026 Behördenfrist
Nationale AI Regulatory Sandboxes

Die Mitgliedstaaten müssen grundsätzlich mindestens ein regulatorisches KI-Reallabor operativ bereitstellen. Für Unternehmen entsteht daraus keine allgemeine Einreichungsfrist, aber ein beaufsichtigter Rahmen zur Erprobung innovativer KI-Systeme.

11. September 2026 Verbindlich
Cyber Resilience Act: Meldepflichten beginnen

Bestimmte Berichtspflichten für aktiv ausgenutzte Schwachstellen und erhebliche Vorfälle werden anwendbar. Incident- und Vulnerability-Prozesse, Meldewege sowie interne Verantwortlichkeiten müssen entsprechend vorbereitet sein.

Dezember 2026 bis März 2027

Digitale Produkthaftung und Gesundheitsdaten

9. Dezember 2026 Behördenfrist
Produkthaftungsrichtlinie: nationale Umsetzung

Die neue EU-Produkthaftungsrichtlinie muss in nationales Recht umgesetzt werden. Die Regeln erfassen ausdrücklich auch Software und digitale Elemente. Dadurch gewinnen Softwareupdates, Cybersecurity, technische Dokumentation und Beweissicherung zusätzlich an Bedeutung.

26. März 2027 Anwendungsbeginn
EHDS: allgemeiner Rechtsrahmen wird anwendbar

Die EHDS-Verordnung gilt grundsätzlich ab dem 26. März 2027. Gleichzeitig muss die Kommission zentrale Durchführungsrechtsakte für die weitere Umsetzung bereitstellen. Die wesentlichen operativen Anforderungen, etwa für prioritäre Kategorien elektronischer Gesundheitsdaten, EHR-Systeme und die Sekundärnutzung, greifen jedoch gestaffelt erst ab 2029 und später.

April bis August 2027

General-Purpose AI und AI Governance

2. August 2027 Frist
Übergangsfrist für ältere GPAI-Modelle endet

Anbieter von General-Purpose-AI-Modellen, die bereits vor dem 2. August 2025 auf dem Markt waren, müssen die einschlägigen GPAI-Pflichten erfüllen. Dazu zählen je nach Rolle unter anderem Dokumentations-, Copyright- und Transparenzanforderungen.

2027
AI in MedTech und Pharma stärker in den Lifecycle integrieren

FDA- und EMA-Ansätze rücken Context of Use, Datenrepräsentativität, Performance Drift, Änderungssteuerung, Human Oversight und bei AI-enabled Medical Devices auch Predetermined Change Control Plans stärker in den Mittelpunkt.

September bis Dezember 2027

Hochrisiko-KI und vollständige CRA-Anforderungen

2. Dezember 2027 Verbindlich
AI Act: Hochrisiko-KI nach Anhang III

Die verschobenen Anforderungen für Hochrisiko-KI nach Art. 6 Abs. 2 und Anhang III werden anwendbar. Dazu gehören unter anderem Risikomanagement, Daten-Governance, technische Dokumentation, Logging, Human Oversight und Post-Market-Monitoring.

11. Dezember 2027 Verbindlich
Cyber Resilience Act: Hauptanforderungen gelten

Die zentralen Cybersecurity- und Lifecycle-Anforderungen für Produkte mit digitalen Elementen werden anwendbar. Secure Development, Vulnerability Handling, Update-Support, technische Dokumentation und Marktbeobachtung müssen systematisch umgesetzt sein.

Besonders planungsrelevant

Vier digitale Meilensteine bestimmen die Umsetzung

Der zentrale Fehler wäre, digitale Regulierung auf einen einzelnen AI-Act-Stichtag zu reduzieren. Die operative Vorbereitung verteilt sich von August 2026 bis Dezember 2027 auf KI-Governance, Cybersecurity, Daten und digitale Produktlebenszyklen.

2. August 2026 AI Act

AI-Inventar, Systemrollen, Transparenz und Governance systembezogen prüfen.

11. September 2026 CRA Reporting

Melde- und Eskalationsprozesse für Schwachstellen und erhebliche Vorfälle operationalisieren.

2. Dezember 2027 High-Risk AI

QMS, Risikomanagement, Daten-Governance, Dokumentation und Human Oversight für relevante Systeme abschließen.

11. Dezember 2027 CRA Hauptanforderungen

Secure Development und Cybersecurity über den vollständigen digitalen Produktlebenszyklus absichern.

AI Act und digitale Produktregulierung nicht pauschal gleichsetzen

Nicht jede KI-Anwendung fällt zum gleichen Zeitpunkt unter dieselben Pflichten. Der allgemeine AI-Act-Anwendungsbeginn, GPAI-Übergänge und Hochrisiko-KI nach Anhang III sind zeitlich voneinander getrennt. Für produktintegrierte Hochrisiko-KI nach Art. 6 Abs. 1 liegt der relevante Anwendungstermin grundsätzlich erst am 2. August 2028. Auch beim Cyber Resilience Act sind sektorale Ausnahmen und Überschneidungen mit bestehendem Produktrecht produktbezogen zu prüfen.

Digitale Fokusthemen

Wie AI, Software und Daten die regulatorische Praxis verändern

Digitale Compliance reicht zunehmend über einzelne IT-Systeme hinaus. Künstliche Intelligenz, risikobasierte Software Assurance, Cybersecurity und Gesundheitsdaten verändern Entwicklungs-, Qualitäts- und Lifecycle-Prozesse gleichzeitig. Entscheidend ist deshalb, digitale Systeme von der ersten Klassifikation bis zum laufenden Monitoring regulatorisch nachvollziehbar zu steuern.

AI Governance

KI-Systeme regulatorisch klassifizieren und beherrschen

Der AI Act macht die regulatorische Einordnung von KI zu einer dauerhaften Governance-Aufgabe. Entscheidend ist nicht nur, ob ein Unternehmen künstliche Intelligenz einsetzt, sondern welche Rolle es im jeweiligen System übernimmt, welchem Risikopfad die Anwendung zugeordnet wird und welche Anforderungen daraus entstehen. Besonders bei Hochrisiko-KI müssen Governance, Risikomanagement, Datenqualität, technische Dokumentation und menschliche Kontrolle systematisch miteinander verbunden werden.

Konkret zu berücksichtigen
Zentrales AI-Inventar mit Systemzweck, Verantwortlichen, Anbieter- beziehungsweise Betreiberrolle und Risikoeinstufung führen
Risikomanagement, technische Dokumentation, Logging und Human Oversight für relevante Systeme fest im Lifecycle verankern
Änderungen an Modellen, Daten und Intended Use über definierte Change-Control- und Freigabeprozesse steuern
GxP · Validation & Assurance

Von klassischer CSV zu risikobasierter Software Assurance

GAMP 5 bleibt eine zentrale Orientierung für die Validierung computergestützter Systeme, gleichzeitig verschiebt sich die Umsetzung stärker in Richtung Critical Thinking, Intended Use und risikobasierter Assurance. FDA Computer Software Assurance, neue GAMP-Guides sowie die Entwicklungen rund um Annex 11 und Annex 22 zeigen, dass moderne Cloud-, SaaS- und AI-Systeme nicht durch maximale Dokumentationsmenge, sondern durch angemessene, nachvollziehbare Kontrollen beherrscht werden sollen.

Konkret zu berücksichtigen
Test- und Nachweisumfang konsequent an Intended Use, Produktqualität und Patientensicherheit ausrichten
AI-Modell-Lifecycle, Trainings- und Eingangsdaten, Performance Monitoring und Drift nachvollziehbar steuern
Cloud- und SaaS-Lieferanten einschließlich Änderungen, Datenintegrität, Servicekontinuität und Exit-Strategien in den Lifecycle einbinden
Cybersecurity · Product Lifecycle

Cybersecurity wird zur kontinuierlichen Lifecycle-Aufgabe

Mit dem Cyber Resilience Act und steigenden Anforderungen an softwarebasierte Produkte reicht eine einmalige Sicherheitsbewertung vor dem Inverkehrbringen zunehmend nicht mehr aus. Schwachstellenmanagement, Incident Reporting, Sicherheitsupdates und Post-Market-Monitoring müssen über den gesamten Produktlebenszyklus organisiert werden. Gleichzeitig steigt die Bedeutung belastbarer Lieferantenschnittstellen, da digitale Komponenten und externe Services wesentliche Teile des Sicherheitsprofils eines Produkts bestimmen können.

Konkret zu berücksichtigen
Secure Development Lifecycle und Security-by-Design bereits in Entwicklung und Design Controls integrieren
Vulnerability Handling, Incident Reporting und Sicherheitsupdates mit klaren Verantwortlichkeiten etablieren
Softwarekomponenten, Open-Source-Anteile und externe Technologieanbieter über Supplier Controls und Lifecycle-Nachweise absichern
Data Governance · EHDS

Datenqualität und Interoperabilität werden regulatorische Kernprozesse

Der European Health Data Space und der zunehmende Einsatz datenbasierter Systeme verschieben den Fokus von der reinen Datenspeicherung hin zu aktiver Data Governance. Gesundheitsdaten müssen hinsichtlich Herkunft, Qualität, Zugriffsrechten, Nutzung und Interoperabilität nachvollziehbar beherrscht werden. Gleichzeitig entstehen neue Schnittstellen zwischen Primärnutzung, Sekundärnutzung, Datenschutz, regulatorischer Dokumentation und der Verwendung von Daten für AI-Modelle.

Konkret zu berücksichtigen
Datenverantwortlichkeiten und relevante Datenflüsse über Systeme, Funktionen und externe Partner transparent abbilden
Datenqualität, Provenance und Interoperabilität als überprüfbare Governance-Anforderungen definieren
Nutzung von Gesundheits- und Trainingsdaten für AI, Forschung und Sekundärnutzung mit bestehenden Datenschutz- und Qualitätsprozessen abstimmen
Übergreifende Bewertung

Digitale Compliance muss als gemeinsamer Lifecycle gedacht werden

AI Governance, Software Assurance, Cybersecurity und Data Governance entwickeln sich nicht unabhängig voneinander. Ein KI-System benötigt kontrollierte Daten, Software muss über ihren Lifecycle abgesichert werden und Änderungen können gleichzeitig Auswirkungen auf Validierung, Cybersecurity und regulatorische Einstufung haben. Unternehmen benötigen deshalb ein gemeinsames Governance-Modell, das Regulatory Affairs, Quality, IT, Entwicklung und Fachbereiche miteinander verbindet.

Für die Einordnung zu klären
Welche AI-, Software- und Datensysteme sind regulatorisch relevant?
Welche Rollen, Risikoklassen und sektoralen Anforderungen gelten?
Wie werden Änderungen, neue Modelle und Softwareupdates kontrolliert?
Welche Nachweise müssen über den gesamten Lifecycle erhalten bleiben?
Handlungsfelder und Umsetzung

Wie digitale Anforderungen in belastbare Prozesse und Governance überführt werden

AI Act, Cybersecurity, Data Governance und moderne Software Assurance greifen in unterschiedliche Unternehmensbereiche ein. Eine belastbare Umsetzung beginnt deshalb mit Transparenz über Systeme, Rollen und regulatorischen Scope, führt über die Bewertung bestehender Governance- und Lifecycle-Prozesse und endet mit kontrollierten, dokumentierten und dauerhaft wirksamen Maßnahmen.

Von digitaler Technologie zur Compliance

Drei Arbeitsebenen für digitale Compliance

KI-, Software- und Datensysteme können gleichzeitig Anforderungen aus Produktrecht, Qualitätsmanagement, Cybersecurity, Datenschutz und GxP erfüllen müssen. Der Umsetzungsweg folgt deshalb einer gemeinsamen Logik: zunächst Transparenz über Systeme und Rollen schaffen, anschließend Risiken und Lücken bewerten und zuletzt Governance, Kontrollen und Nachweise dauerhaft in den Lifecycle integrieren.

Systeme und Betroffenheit klären

Zuerst muss transparent sein, welche digitalen Systeme, Produkte und Rollen tatsächlich regulatorisch relevant sind.

Die Umsetzung beginnt mit einem belastbaren digitalen Systeminventar

Unternehmen sollten AI-, Software-, Cloud- und datenverarbeitende Systeme zunächst nach Zweck, Produktbezug, Kritikalität und regulatorischer Rolle erfassen. Bei KI ist insbesondere zu unterscheiden, ob das Unternehmen Anbieter, Betreiber oder in einer anderen Rolle tätig wird und ob ein Hochrisiko-Pfad relevant ist. Gleichzeitig müssen sektorale Anforderungen aus MDR, IVDR, GxP oder anderen bestehenden Regelwerken berücksichtigt werden.

AI-, Software-, Cloud- und Datensysteme zentral inventarisieren
Intended Use, regulatorische Rolle, Kritikalität und Systemgrenzen dokumentieren
Überschneidungen zwischen AI Act, CRA, MDR/IVDR, GxP und Datenschutz prüfen

Governance und Risiken bewerten

Bestehende Prozesse müssen mit neuen Anforderungen an AI, Daten, Software und Cybersecurity abgeglichen werden.

Digitale Risiken überschreiten klassische Fachbereichsgrenzen

Ein AI-System kann gleichzeitig Anforderungen an Risikomanagement, Datenqualität, Validierung, Human Oversight und Cybersecurity auslösen. Softwareänderungen können Performance, Validierungsstatus und regulatorische Klassifikation beeinflussen. Deshalb sollten regulatorische, technische und qualitätsbezogene Risiken nicht getrennt, sondern innerhalb eines gemeinsamen Governance-Modells bewertet werden.

Bestehende QMS-, CSV-, Cybersecurity- und Datenschutzprozesse gegen neue Anforderungen mappen
Risiken aus Datenqualität, Modelländerungen, Performance Drift und externen Services bewerten
Verantwortlichkeiten zwischen Quality, Regulatory, IT, Development und Fachbereichen eindeutig festlegen

Lifecycle und Nachweise absichern

Digitale Compliance muss über Änderungen, Updates und den laufenden Betrieb hinweg wirksam bleiben.

Digitale Systeme benötigen kontinuierliche Kontrolle statt einmaliger Freigabe

Moderne Software- und AI-Systeme verändern sich über Updates, neue Daten, Modellversionen oder externe Services. Deshalb müssen Validierung beziehungsweise Assurance, Change Control, Performance Monitoring, Vulnerability Management und Post-Market-Prozesse über den gesamten Lifecycle zusammenspielen. Der Abschluss einer Implementierung ist damit nicht das Ende der Compliance, sondern der Beginn kontrollierter Betriebs- und Monitoringprozesse.

Validierung und Assurance risikobasiert und am Intended Use ausrichten
Modell-, Software- und Datenänderungen über definierte Change-Control-Prozesse steuern
Performance Monitoring, Vulnerability Handling und Wirksamkeitskontrollen dauerhaft etablieren

Was je digitalem Themenfeld konkret zu bearbeiten ist

Die Themen greifen eng ineinander, benötigen aber unterschiedliche Prüfschwerpunkte und Nachweise. Entscheidend ist eine gemeinsame Governance, ohne die fachlichen Besonderheiten der einzelnen Systeme zu verlieren.

Artificial Intelligence AI Governance

Systemrollen, Risikoklassifikation, Datenqualität, Human Oversight, technische Dokumentation und Monitoring.

Nachvollziehbares AI-Governance-Modell mit klarer Verantwortlichkeit, Systeminventar und Lifecycle-Kontrollen.

Cybersecurity Cyber Resilience

Secure Development, Vulnerability Management, Incident Reporting, Updates und Lieferantenschnittstellen.

Belastbarer Cybersecurity-Lifecycle mit definierten Meldewegen, Verantwortlichkeiten und Sicherheitsnachweisen.

Data Governance EHDS und Gesundheitsdaten

Datenherkunft, Qualität, Zugriffsrechte, Interoperabilität, Primär- und Sekundärnutzung.

Transparente Datenflüsse und klar definierte Governance für regulatorisch relevante Gesundheits- und Trainingsdaten.

Digital Compliance GAMP / CSA / AI in GxP

Intended Use, risikobasierte Assurance, Cloud-/SaaS-Kontrollen, Modell-Lifecycle und Datenintegrität.

Angemessene und nachvollziehbare Assurance mit belastbaren Nachweisen statt rein dokumentengetriebener Validierung.

Maßnahmen sinnvoll ordnen

Digitale Compliance sollte risikobasiert priorisiert werden

Zuerst sollten Systeme mit direktem Einfluss auf Patientensicherheit, Produktqualität oder regulatorische Entscheidungen betrachtet werden. Danach folgen Systeme mit hoher Änderungsdynamik oder komplexen externen Schnittstellen

Priorität 1 Kritische Systeme

Hochrisiko-KI, GxP-kritische Systeme und sicherheitsrelevante Software zuerst klassifizieren und absichern.

Priorität 2 Governance und Daten

Rollen, Datenflüsse, Supplier Controls und übergreifende Governance-Prozesse strukturiert etablieren.

Priorität 3 Lifecycle und Monitoring

Change Control, Performance Monitoring, Vulnerability Management und Wirksamkeitsprüfung dauerhaft betreiben.

Weg als Symbol für die strukturierte Umsetzung digitaler Anforderungen
Digitale Anforderungen sicher umsetzen

Welche digitalen Anforderungen betreffen Ihre Systeme und Prozesse konkret?

Wir unterstützen Sie bei der regulatorischen Einordnung von AI-, Software- und Datensystemen, bei Gap-Analysen sowie beim Aufbau belastbarer Governance-, Validierungs- und Lifecycle-Prozesse. Für ein konkretes Anliegen können Sie direkt Kontakt mit uns aufnehmen oder unsere kostenfreie fachliche Ersteinschätzung über das Express Consulting nutzen.

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Szilárd Varga
Geschäftsführer